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Medicenter Solln


Die Lehre der Neurologie

Die Neurologie beschäftigt sich mit dem Nervensystem, der Muskulatur und der Blutversorgung dieser Organe.
Zum Nervensystem gehören:

  • das zentrale Nervensystem (das Gehirn und Rückenmark)
  • das periphere Nervensystem, d.h. die motorischen Nerven für die Muskulatur und die Gefühlsnerven für den Tastsinn, die Schmerzempfindung und den Lagesinn
  • das vegetative Nervensystem, das alle Organe (wie Herz, Darm Niere etc.), das Gefäßsystem und die Drüsen versorgt.

Das bedeutet, dass der menschliche Körper vom Scheitel bis zur Sohle in allen Teilen vom Nervensystem durchdrungen ist. Nur dem Gefäßsystem kommt hinsichtlich der räumlichen Ausbreitung eine ähnliche Stellung zu. Dem Gehirn obliegt hinsichtlich der nervalen, vegetativen und hormonellen Funktionen die Aufgabe der obersten Steuerzentrale des menschlichen Körpers.

Die Neurologie ist in Deutschland eines der jüngsten und in weiten Teilen der Bevölkerung noch unbekanntes Fach. Bis in die Mitte des 19. Jhdts. bestand die Medizin nur aus der Chirurgie, Inneren Medizin und Geburtshilfe. In dieser Zeit entwickelten sich rasch die verschiedenen Spezialfächer. Und obgleich in Deutschland des 19. und angehenden 20. Jhdts. eine große Zahl international hochrangiger neurologisch orientierter Kliniker, Neuropathologen und Neurohistologen tätig waren, war der Weg der Neurologie zur klinischen Selbstständigkeit hingegen langwierig und beschwerlich. Lange Zeit wurde sie nur als Teil der Psychiatrie bzw. Inneren Medizin gewertet. So entstanden hier im Gegensatz zu England, Frankreich oder Österreich nur vereinzelt eigenständige klinische Abteilungen, so in Hamburg, Breslau (1922) und Heidelberg (1930). Der eigentliche Durchbruch kam schrittweise erst nach dem 2. Weltkrieg. Heute gibt es an deutschen Universitäten und Städtischen Kliniken mehr als 250 neurologische Abteilungen.